Rau & Stumpf

Poröses Haar

Warum es Pflege aufsaugt und trotzdem trocken bleibt und welche Pflege-Produkte helfen können.

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Was bedeutet Haarporosität?

Haarporosität beschreibt, wie gut dein Haar Feuchtigkeit aufnimmt und hält. Entscheidend ist die äußerste Schicht des Haares, die Schuppenschicht. Bei intaktem Haar liegen die Schuppen flach und dicht aneinander wie Dachziegel. Sie lassen Feuchtigkeit langsam hinein und halten sie im Haar.

Niedrig poroeses Haar

Porosität: Niedrig

Schuppenschicht:

liegt sehr dicht an

Typisches Verhalten:

Wasser perlt ab, Haar braucht lange zum Nasswerden und Trocknen, Pflege liegt eher auf

Normal poroeses Haar

Porosität: Normal

Schuppenschicht:

liegt glatt an, leicht durchlässig

Typisches Verhalten:

nimmt Pflege gut auf, hält Feuchtigkeit, glänzt

Hoch poroeses Haar

Porosität: Hoch

Schuppenschicht:

geöffnet oder beschädigt

Typisches Verhalten:

wird sofort nass, trocknet sehr schnell, wirkt strohig, matt, krisselig, verknotet leicht

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Was macht Haar porös?

Hohe Porosität ist fast immer erworben, also eine Folge davon, wie das Haar behandelt wurde:

  • Blondieren und Aufhellen: Beim Aufhellen wird die Schuppenschicht geöffnet, damit das Pigment im Inneren abgebaut werden kann. Je mehr Stufen, desto stärker die Belastung. Mehr dazu in unserem Ratgeber Haare blondieren.
  • Färben: Auch permanente Farbe öffnet die Schuppenschicht. Wiederholtes Färben der gleichen Längen summiert sich.
  • Chemische Glättung und Dauerwelle: Sie verändern die inneren Bindungen des Haares.
  • Hitze: Glätteisen, Lockenstab und heißes Föhnen ohne Hitzeschutz rauen die Oberfläche auf.
  • Mechanik und Umwelt: Grobes Bürsten, nasses Haar straff zusammenbinden, UV-Strahlung, Chlor- und Salzwasser.

Auch natürlich lockiges oder krauses Haar ist oft poröser, weil die Schuppen an den Biegungen der Faser weniger flach anliegen.

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Woran erkennst du poröses Haar?

Die typischen Anzeichen für hohe Porosität:

  • Dein Haar ist beim Waschen sofort durchnässt und trocknet auffällig schnell.
  • Nach dem Trocknen fühlt es sich rau, strohig oder „wie Watte“ an.
  • Es glänzt kaum, auch direkt nach der Pflege.
  • Es neigt zu Frizz, besonders bei Luftfeuchtigkeit.
  • Die Längen verknoten leicht und lassen sich schwer kämmen.
  • Haarfarbe wäscht sich in den Längen schneller aus als am Ansatz.
  • Spitzen brechen ab oder spalten sich.

Drei einfache Tests für zu Hause

1. Der Gleittest

Nimm eine trockene Strähne zwischen Daumen und Zeigefinger und fahr von der Spitze Richtung Ansatz. Fühlt sie sich deutlich rau und stufig an, stehen die Schuppen ab.

2. Der Wet Stretch Test

Zieh eine nasse Strähne vorsichtig auseinander. Dehnt sie sich stark und schnellt nicht zurück, oder reißt sie sofort, fehlt es dem Haar an Struktur oder Feuchtigkeit. Wie du das Ergebnis deutest, erklären wir Schritt für Schritt im Wet Stretch Test.

3. Der Wasserglas-Test

Leg ein sauberes, trockenes Haar in ein Glas Wasser. Sinkt es nach wenigen Minuten ab, spricht das für hohe Porosität. Bleibt es lange oben, für niedrige. Der Test ist beliebt, aber ungenau: Stylingreste und Talg verfälschen das Ergebnis. Nimm ihn nur als Ergänzung zu den beiden anderen.

Poröses Haar pflegen:

Aufbau und Versiegelung

Poröses Haar braucht zwei Dinge gleichzeitig: Bausteine und Halt im Inneren und eine glatte Oberfläche, die Feuchtigkeit im Haar hält. Reine Feuchtigkeitspflege verdunstet schnell wieder, reine Proteinpflege macht das Haar auf Dauer steif und brüchig. Die Balance ist das Ziel.

Deine Routine bei hoher Porosität

  1. Mild waschen: Ein sanftes Shampoo ohne aggressive Tenside. Nur die Kopfhaut aufschäumen, die Längen reinigt der ablaufende Schaum mit.
  2. Intensivkur ein- bis zweimal pro Woche: Ein Aufbau-Treatment mit Wärme einwirken lassen, damit es in die Faser gelangt (siehe unten).
  3. Conditioner nach jeder Wäsche: Er glättet die Oberfläche und erleichtert das Kämmen.
  4. Feuchtigkeit gezielt zuführen: Eine Feuchtigkeitsmaske im Wechsel mit der Aufbaukur, damit das Haar nicht zu viel Protein bekommt. Tipps dazu: Feuchtigkeit für trockenes Haar.
  5. Zum Schluss versiegeln: Ein paar Tropfen Haaröl in die handtuchtrockenen Längen. Das Öl legt sich wie ein Film um das Haar und bremst den Feuchtigkeitsverlust. Mehr in Haaröl gegen Frizz.
  6. Hitze reduzieren: Lufttrocknen oder lauwarm föhnen, Glätteisen nur mit Hitzeschutz und möglichst selten.
  7. Sanft behandeln: Mit grobem Kamm von den Spitzen nach oben entwirren, nasses Haar nicht reiben, sondern ausdrücken.
zwei Treatments, eine Kur

Die Agave Amino Intensivpflege

Für stark beanspruchtes, chemisch behandeltes Haar gibt es von Agave Healing Oil zwei Treatments, die zusammen als eine Kur angewendet werden. Jedes übernimmt dabei eine eigene Aufgabe.

Poroeses Haar reparieren vorher nachher
Amino Builder Treatment fuer chemisch behandeltes Haar

Amino Repair Treatment

Glättung und Versiegelung außen

Ein hochkonzentriertes Aufbau-Treatment. Es unterstützt den Wiederaufbau geschwächter Strukturen in der Haarfaser und verbessert die Elastizität, das Haar fühlt sich spürbar stärker und geschmeidiger an. Enthält unter anderem Ceramid 3, Beta-Glucan, Glycolsäure sowie Kokos-, Avocado-, Mandel- und Haferkernöl.

Amino Builder Treatment fuer chemisch behandeltes Haar

Amino Builder Treatment

Aufbau von innen

Eine proteinreiche Pflege für die Haaroberfläche. Sie hilft, die Schuppenschicht zu glätten und Spliss zu versiegeln, und sorgt für Glanz, weniger Frizz und ein seidiges Haargefühl. Enthält pflanzliche Aminosäuren, hydrolysierte Weizen-, Hafer- und Sojaproteine, Cystein und Arginin.

So wendest du die Kur an

Schritt 1:

15 ml Amino Builder Treatment, 4 Pumpstöße Amino Repair Treatment und 170 ml Wasser in einer Sprüh- oder Auftrageflasche mischen und gut schütteln.

Schritt 2:

Nach dem Shampoonieren gleichmäßig im handtuchtrockenen Haar verteilen.

Schritt 3:

15 Minuten mit Wärme einwirken lassen, zum Beispiel unter einer Haube oder einem warmen Handtuch.

Schritt 4:

Gründlich ausspülen, föhnen und wie gewohnt stylen.

Das Ergebnis:

Haar, das sich wieder geschmeidig und kräftiger anfühlt, sichtbar mehr glänzt und sich leichter kämmen lässt, ohne beschwert zu werden.

Häufige Fragen zu porösem Haar

Kann poröses Haar wieder gesund werden?

Haar ist totes Gewebe und kann sich nicht selbst regenerieren. Bereits geschädigte Längen lassen sich nicht dauerhaft „reparieren“, aber gezielte Pflege kann die Oberfläche glätten, die Faser stärken und Feuchtigkeit länger im Haar halten. Neu nachwachsendes Haar ist unbeschädigt, wenn du es schonend behandelst. Stark geschädigte Spitzen solltest du regelmäßig schneiden lassen.

Wie oft sollte ich poröses Haar mit einer Kur pflegen?

Bei stark porösem Haar ein- bis zweimal pro Woche. Wechsle zwischen Aufbau- und Feuchtigkeitspflege, damit das Haar nicht durch zu viel Protein steif und brüchig wird.

Brauchen poröse Haare Protein oder Feuchtigkeit?

Beides. Protein und Aminosäuren geben der geschwächten Faser Halt, Feuchtigkeit macht sie geschmeidig. Fühlt sich dein Haar nach der Pflege hart und spröde an, war es zu viel Protein. Ist es weich, aber schlapp und überdehnbar, fehlt Protein.

Wird poröses Haar beim Färben anders?

Ja. Poröse Längen nehmen Farbe schneller und oft dunkler oder ungleichmäßig an, verlieren sie aber auch schneller wieder. Erzähl deiner Friseurin oder deinem Friseur vor der Farbe von Blondierungen und Glättungen, damit die Behandlung darauf abgestimmt wird.

Kann man Haarporosität vorbeugen?

Weitgehend ja: Hitze reduzieren und immer mit Hitzeschutz arbeiten, Blondierungen und Färbungen auf den Ansatz begrenzen statt die Längen jedes Mal mitzubehandeln, Haar vor Sonne, Chlor und Salzwasser schützen und nasses Haar sanft behandeln.

Ist poröses Haar dasselbe wie trockenes Haar?

Nicht ganz. Trockenes Haar hat zu wenig Feuchtigkeit oder Fett, poröses Haar kann Feuchtigkeit nicht halten. In der Praxis tritt beides oft zusammen auf, deshalb braucht poröses Haar neben Feuchtigkeit immer auch eine Pflege, die die Oberfläche schließt.

Mehr Informationen zum Thema

"Haarpflege":

 

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